Das Volksbegehren "Berlin autofrei" will den privaten Autoverkehr innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings nahezu vollständig verbieten. Künftig wären nur noch zwölf private Autofahrten pro Person und Jahr in die Innenstadt erlaubt ? jede weitere Fahrt müsste begründet und genehmigt werden. Mit einem Antrag unserer Fraktionsvorsitzenden Denise Bittner sprechen wir uns klar gegen dieses Vorhaben aus. Denn am Ende käme es einem faktischen Autoverbot gleich.Ein weitgehendes Verbot des Autoverkehrs innerhalb des S-Bahn-Rings ignoriert die vielfältigen und legitimen Mobilitätsbedürfnisse der Menschen in unserer Stadt. Familien mit Kindern, ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen sowie Schichtarbeiter sind häufig auf ein Auto angewiesen. Für sie ist es kein Luxus, sondern Voraussetzung für gesellschaftliche TeilhabeAuch der Wirtschafts- und Dienstleistungsverkehr ist auf das Auto angewiesen. Handwerksbetriebe, Pflegedienste und Lieferverkehre müssen zuverlässig erreichbar bleiben, um Arbeitsplätze zu sichern und eine wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten. Hinzu kommt, dass mit der vorgeschlagenen Regelung ein absolutes Bürokratiemonster geschaffen würde, das Chaos verspricht und der Willkür Tür und Tor öffnet.Besonders betroffen von einem Autoverbot wären vor allem die Menschen aus den Außenbezirken. Gerade dort ist der ÖPNV vielerorts noch immer nicht zuverlässig, leistungsfähig und barrierefrei genug, um das Auto vollständig zu ersetzen.Stattdessen braucht Berlin eine Verkehrspolitik, die Klimaschutz, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Verantwortung zusammenbringt. Eine erfolgreiche Verkehrswende gelingt durch den Ausbau von Alternativen, Innovationen und Anreize ? nicht durch pauschale Verbote.
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